Planung

wie du eine reformer-stunde planst — und die 5 fehler, die fast alle neuen trainer:innen machen.

Von Marie Wernicke · 18. April 2026 · 8 Min. Lesezeit

Du hast deinen Stundenplan fertig. Alles steht drauf. Du bist vorbereitet. Und dann fängt die Stunde an — und nichts läuft so wie geplant.

Kenne ich. Fast jede neue Reformer-Trainer:in macht dieselben fünf Fehler. Nicht weil sie schlecht vorbereitet ist. Sondern weil diese Fehler in der Ausbildung einfach kaum besprochen werden.

Hier sind sie — und was du stattdessen tun kannst.

Fehler 1: Du planst zu viele Übungen

15 Übungen für 50 Minuten? Das klingt nach einer guten Stunde. In der Praxis wird es eine gehaste Stunde.

Wenn du durch Übungen durchrasst, passiert Folgendes: Deine Teilnehmer:innen haben keine Zeit, irgendetwas wirklich zu spüren. Du hast keine Zeit zu beobachten, ob etwas funktioniert. Und am Ende fühlt sich die Stunde für alle irgendwie gehetzt an — obwohl ihr so viel gemacht habt.

„Ich habe zu viel geplant, weil ich Angst vor der Stille hatte. Der Plan war nicht für sie — er war meine Sicherheitsdecke."

Weniger ist mehr. Wirklich.

Was du tun kannst

  • Für 50 Minuten: maximal 6–9 Übungen — dafür jede mit Variationen
  • Teile deine Liste in A (muss sein) und B (wäre schön) — B ist der Puffer, nicht der Plan
  • Mach die Stunde einmal selbst durch und stopp die Zeit. Was sich nach 10 Minuten anfühlt, sind oft 18.

Fehler 2: Du planst Übungen — aber keine Stunde

Eine gute Reformer-Stunde ist keine Liste. Sie ist eine kleine Reise.

Sie hat einen Anfang (ankommen, aufwärmen), eine Mitte (die eigentliche Arbeit) und ein Ende (runterkommen, integrieren). Wenn du einfach Übungen aneinanderreihst, die du magst, fühlt sich das für deine Teilnehmer:innen komisch an — auch wenn du das selbst nicht merkst.

Der Körper braucht Vorbereitung. Und er braucht einen ruhigen Abschluss. Wenn du das weglässt, gehen deine Teilnehmer:innen zwar müde — aber nicht gut — nach Hause.

So könnte ein einfacher Stunden-Aufbau aussehen:

  • Ankommen (5–8 Min.): Langsam, atemgeführt. Körper wahrnehmen lassen.
  • Warm-up (8–10 Min.): Gelenke mobilisieren, Rücken aufwärmen. Noch keine volle Belastung.
  • Hauptteil (20–25 Min.): Hier kommt die Herausforderung. Dein Stundenthema.
  • Integrieren (5–8 Min.): Ruhiger werden. Verbinden, was gearbeitet wurde.
  • Abschluss (5 Min.): Dehnen, atmen, loslassen.

Was du tun kannst

Schreib die fünf Phasen zuerst auf. Dann wählst du Übungen — nicht umgekehrt. Jede Übung muss einen Grund haben, warum sie genau dort sitzt.

Fehler 3: Du planst eine Stunde für alle

Du hast in deiner Gruppe eine 60-jährige mit Knieproblemen, eine Läuferin mit Verspannungen und eine Yogalehrerin, die hypermobil ist. Und alle bekommen denselben Plan.

Das ist verständlich — du kannst nicht für jede Person einen eigenen Plan schreiben. Aber du kannst für jede Übung im Voraus eine einfachere und eine schwierigere Variante kennen. Dann musst du in der Stunde nicht improvisieren — du hast es schon vorbereitet.

„Ich habe mal eine Rotationsübung mit einer Teilnehmerin gemacht, die Bandscheibenprobleme hatte. Weil sie im Plan stand. Das war falsch — und ich wusste es."

Was du tun kannst

  • Für jede Übung: eine leichtere Version (weniger Bewegungsumfang, mehr Unterstützung) und eine schwerere Version (mehr Kontrolle gefordert) vorbereiten
  • Schau vor jeder Stunde kurz in deine Notizen zu den Teilnehmer:innen — nicht nur beim ersten Mal
  • Bei Einzelstunden: plane um diese Person, nicht um eine Durchschnittsperson

Fehler 4: Du planst was — aber nicht warum

Hier ist der Unterschied zwischen einer okayischen und einer wirklich guten Stunde:

Eine neue Trainer:in plant, was sie unterrichtet. Eine erfahrene Trainer:in weiß auch, warum genau diese Übungen, in genau dieser Reihenfolge, für genau diese Person heute sinnvoll sind.

Ohne ein klares Thema oder eine Absicht dreht sich der Plan schnell im Kreis. Dieselben Übungen, dieselbe Reihenfolge, Woche für Woche. Deine Teilnehmer:innen merken es — auch wenn sie es nicht sagen.

Was du tun kannst

Schreib einen Satz ganz oben auf jeden Plan. Zum Beispiel:

  • „Heute: Rücken mobilisieren — sie sitzt die ganze Woche am Schreibtisch."
  • „Heute: Gleichgewicht auf einem Bein — Vorbereitung auf ihren Skiurlaub."
  • „Heute: ruhige, regenerative Stunde — sie ist gerade unter Stress."

Eine Übung, die nicht zu diesem Satz passt? Hinterfragen. Vielleicht raus. Das klingt simpel — aber es verändert alles.

Fehler 5: Du lernst nicht von deinen eigenen Stunden

Die Stunde ist vorbei. Du gehst nach Hause. Der Plan landet irgendwo — und wird nie wieder angeschaut.

Dabei ist das, was gerade passiert ist, Gold wert. Was hat funktioniert? Was nicht? Welcher Cue hat alle sofort verstanden? Welche Übung war für diese Gruppe einfach falsch?

Diese Infos machen dich besser — aber nur, wenn du sie festhältst.

Was du tun kannst

  • Nimm dir 5 Minuten nach jeder Stunde — analog oder am Handy, egal
  • Notiere: eine Sache die gut war, eine die du ändern würdest
  • Lies einmal im Monat deine Notizen durch. Die Muster, die du siehst, sagen mehr als jeder Kurs.

Diese fünf Fehler haben eine Gemeinsamkeit: Sie kommen alle aus der Unsicherheit. Du planst für dich — nicht für sie. Das ist normal am Anfang.

Der Moment, in dem sich das ändert? Wenn du anfängst, den Plan für deine Teilnehmer:innen zu schreiben — nicht als Sicherheitsnetz für dich. Das passiert nicht von heute auf morgen. Aber es passiert schneller, wenn du weißt, wonach du schauen musst.

Mehr zum Aufbau einer Reformer-Stunde findest du hier: Reformer Pilates Stunde planen — Aufbau, Timing und Übungsauswahl.


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Autorin

Marie Wernicke

Zertifizierte Pilates-Trainerin mit Leidenschaft für Methodik und evidenzbasiertes Unterrichten.

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