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Reformer-Stundenbild-Vorlage: Zum Ausfüllen, mit Beispiel.

Von Marie Wernicke · 7. Oktober 2026 · 8 Min. Lesezeit

Reformer-Stundenbild-Vorlage: Zum Ausfüllen, mit Beispiel.

Sonntagabend, 21 Uhr. Morgen um neun unterrichtest du. Vor dir liegt ein leeres Blatt, und du versuchst dich zu erinnern, was du letzte Woche gemacht hast. Damit du es nicht wiederholst.

Kennst du? Dann fehlt dir nicht die Kreativität. Dir fehlt eine feste Form, in die deine Ideen fallen können.

Kurz gesagt: Eine gute Reformer-Stundenbild-Vorlage hat vier Abschnitte (Ankommen und Atmung, Warm-up, Hauptteil, Cool-down) mit festen Zeiten und pro Übung fünf Spalten: Phase, Übung, Federn, Wiederholungen und ein Cue. Mit so einer Vorlage planst du eine 50-Minuten-Stunde in 15 bis 20 Minuten statt in zwei Stunden.

Die Vorlage als PDF: Hier kannst du dir die Reformer-Stundenbild-Vorlage kostenlos herunterladen. Zwei Seiten zum Ausdrucken und von Hand Ausfüllen, mit Zeitrichtwerten für 50 Minuten. Lieber am Laptop planen? Die Tabellen unten sind dieselbe Vorlage zum Abschreiben.

Stundenbild oder Stundenplan: Was suchst du eigentlich?

Viele suchen nach einem „Reformer-Stundenplan" und meinen damit genau das hier: den Ablauf einer einzelnen Stunde. Welche Übung kommt wann, auf welchen Federn, wie oft.

Streng genommen ist der Stundenplan der Wochenplan deines Studios. Montag 18 Uhr Reformer Basic, Dienstag 9 Uhr Flow. Das Stundenbild ist das, was in so einer Stunde passiert. Im Alltag nimmt das niemand so genau, und das ist auch völlig okay. Wenn du hier gelandet bist, weil du deine nächste Stunde planen willst, bist du richtig.

Was ein Stundenbild grundsätzlich ausmacht und warum fertige Stundenbilder kein Schummeln sind, steht ausführlich im Artikel über Pilates-Stundenbilder. Hier geht es um das Werkzeug: die Vorlage selbst und wie du sie ausfüllst.

Was muss in eine Reformer-Stundenbild-Vorlage?

Die meisten Vorlagen im Netz sind hübsche Tabellen mit zu wenig Spalten. Am Reformer brauchst du mehr als „Übung" und „Notizen". Diese fünf Dinge gehören rein:

  • Abschnitte statt Liste. Ankommen, Warm-up, Hauptteil, Cool-down. Die Abschnitte tragen die Stunde, nicht die einzelnen Übungen.
  • Zeiten pro Abschnitt. In Minuten, aufgeschrieben. Das verhindert, dass dein Warm-up plötzlich 20 Minuten dauert.
  • Eine Federspalte. Das ist der Reformer-Teil. Ohne Federangabe stehst du mitten in der Stunde neben dem Gerät und überlegst.
  • Wiederholungen oder Zeit. „8–10 Wdh." oder „30 Sek.". Sonst zählst du nach Gefühl, und das Gefühl ist bei Nervosität schnell.
  • Ein Cue pro Übung. Nicht fünf. Einer, der sitzt. Das ist der Satz, den du sagst, wenn du gerade nicht weiterweißt.

Dazu oben eine Kopfzeile: Thema, Datum, Dauer, Level, Zubehör. Und unten ein Feld für danach: Was hat funktioniert, was ändere ich?

Die Vorlage zum Ausfüllen: 50 Minuten, vier Abschnitte

So sieht das Gerüst aus. Die Zeiten sind Richtwerte für eine 50-Minuten-Stunde. Genau diese Werte stehen auch im PDF.

PhaseZeitWas hier hingehörtFedern
1. Ankommen und Atmung0–3 Min.Hinlegen, atmen, das Thema in einem Satz nenneneine Einstellung, die bleiben kann
2. Warm-up3–12 Min.1–3 Übungen, die genau das vorbereiten, was im Hauptteil kommteher mittel
3. Hauptteil12–46 Min.Die eigentliche Stunde: 6–10 Übungen rund um ein Thema, eine davon ist deine Schlüsselübungpro Übung
4. Cool-down46–50 Min.Dehnen, ausrollen, ein Satz zurück zum Themaleicht oder keine

Und für jede Übung in diesen Abschnitten eine Zeile wie diese:

PhaseÜbungFedernWdh.Cue
Hauptteilz. B. Glute Bridge mit Ball2× mittel8–10„Wirbel für Wirbel abrollen."
…

Im PDF gibt es zusätzlich eine Spalte für die Ausgangsposition. Die lohnt sich vor allem bei Übungen auf der Box oder im Knien, wo die Gruppe sonst fragend schaut.

Ein Wort zu den Federn: Farben und Stärken unterscheiden sich je nach Reformer-Marke. Schreib deshalb „leicht, mittel, schwer" oder direkt die Farben deines Geräts. Wie Federn tragen, ziehen oder Halt geben, erklärt der Artikel über die Federeinstellung am Reformer.

Das ausgefüllte Beispiel: eine echte Stunde aus unseren Plänen

Eine leere Vorlage ist gut. Eine ausgefüllte zeigt dir, wie es gemeint ist. Hier steht unser Gratis-Plan „Reformer für Anfänger: Grundlagen mit Ball" in genau dieser Form. Übungen, Reihenfolge, Federn und Wiederholungen sind aus dem Plan übernommen. Die Minuten pro Abschnitt sind die Richtwerte aus der Vorlage.

PhaseÜbungFedernWdh.Cue
Ankommen (0–3)Breathing1× mittel6–8 tiefe Atemzüge„In die seitlichen Rippen atmen, nicht in die Schultern."
Warm-up (3–12)Donkey Kick, Fire Hydrant & Lunge mit Ballkeine Feder8–10 pro Variation„Der Ball bleibt eingeklemmt."
Hauptteil (12–46)Glute Bridge mit Ball2× mittel8–10, dann je 10 Squeezes und Pulses„Wirbel für Wirbel abrollen."
HauptteilCrunch im Tabletop mit Ball2× mittel8–10 pro Variation„Der Kopf liegt schwer in den Händen."
HauptteilShort Strap Arme & Beine mit Ball1× mittel8–10 pro Variation„Die Schultern bleiben tief."
HauptteilBox-Lunge mit Scooter1× leicht (Support: 1× mittel)6–8 pro Variation„Das vordere Knie bleibt über dem Knöchel."
HauptteilSitzender Twist mit Ball an der Footbar1× leicht (Support: 1× mittel)6–8 pro Variation„Lehn dich bewusst in den Ball."
HauptteilKniender Arm-Flow mit Shortloops & Ball1× leicht8–10 pro Variation„Schultern tief und weit."
HauptteilKniender Ball-Push an der Footbar1× leicht6–8„Der Stoß kommt aus dem ganzen Körper."
HauptteilTwist und Box-Lunge, zweite Seitewie obenwie obenwie oben
HauptteilUnterarm-Plank auf der Box1× leicht (Support: 1× mittel)6–8, dann 10 Sek. halten„Schultern über den Ellenbogen."
HauptteilKniende Side Plank mit Thread the Needle1× leicht (Support: 1× mittel)6–8 pro Seite„Nicht in die Schulter hängen."
HauptteilEllenbogen-Slide auf dem Carriage1× leicht (Support: 1× mittel)6–8„Nur so weit, wie der untere Rücken lang bleibt."
Cool-down (46–50)Ausrollen & Dehnung–30–45 Sek. pro Position„In jede Dehnung hineinatmen."

Zwölf Übungen. Die Federn gehen im Hauptteil nur in eine Richtung: von zwei mittleren auf eine mittlere, dann auf eine leichte. Das spart Umbauten. Und wo „Support" steht, darf jemand eine Feder mehr nehmen. Im Plan selbst steht dazu ein schöner Satz: lieber eine Feder mehr und sauber als weniger und wackelig.

Im kompletten Plan kommen noch die Ausgangspositionen, Schritt-für-Schritt-Anleitungen und zu jeder Übung im Hauptteil ein kurzes Video dazu. Den Plan bekommst du gratis per E-Mail.

So füllst du die Vorlage aus, Schritt für Schritt

Die Reihenfolge klingt erst mal falsch herum. Sie spart dir aber am meisten Zeit.

  1. Rahmen festlegen. Thema, Datum, Dauer, Level, Zubehör. Ein Thema, das in einen Satz passt, zum Beispiel „Po und Rumpf mit Ball".
  2. Mit dem Hauptteil anfangen. Hier passiert die Stunde. Wähle 6–10 Übungen, die alle dem Thema dienen. Markiere eine als Schlüsselübung, für die du dir extra Zeit nimmst.
  3. Dann Warm-up und Cool-down. Das Warm-up bereitet genau diesen Hauptteil vor. Das Cool-down holt davon runter. Nicht umgekehrt.
  4. Federn eintragen und sortieren. Übungen mit derselben Einstellung hintereinander. Jeder Wechsel kostet in der Gruppe Zeit und Ruhe.
  5. Wiederholungen und einen Cue pro Zeile. Ein Cue reicht. Wie du Cues findest, die ankommen, steht im Cueing-Guide.
  6. Zeit prüfen. Passt der Hauptteil in rund 34 Minuten? Wenn du schon beim Lesen hetzt, streich eine Übung.

Und nach der Stunde: zwei Zeilen ins Feld unten. Was lief gut, was änderst du? Nach drei Wochen hast du so eine kleine Sammlung, die dir mehr bringt als jede neue Idee.

Wie viele Übungen passen in ein 50-Minuten-Stundenbild?

Weniger, als du denkst. Realistisch sind 10 bis 14 Übungen, Seitenwechsel mitgezählt. Das Beispiel oben hat zwölf. Viele neue Trainer:innen planen 16 oder 18 und wundern sich, warum am Ende die Dehnung wegfällt.

Ein Trick, der hilft: Plane mit der unteren Wiederholungszahl. Steht „8–10" da, rechne mit acht. Bleibt Zeit, machst du zehn. Fehlt Zeit, ist nichts verloren. Wenn du tiefer ins Timing einsteigen willst, lies Wie lange dauert eine Pilates-Stunde?. Dort steht auch, wie sich die Abschnitte bei 45 oder 60 Minuten verschieben.

Drei Fehler, die jede Vorlage nutzlos machen

1. Lieblingsübungen statt Thema. Eine Vorlage voller Übungen, die nichts miteinander zu tun haben, ist immer noch eine zufällige Stunde. Nur schöner formatiert. Erst das Thema, dann die Übungen.

2. Für jede Gruppe ein neues Stundenbild. Du brauchst keine fünf Pläne für fünf Kurse. Behalte den Plan und dreh an Federn und Schlüsselübung. Die einzige Ausnahme sind echte Erstlinge. Für die ändert sich der Aufbau selbst, das zeigt das Reformer-Stundenbild für Anfänger.

3. Die Übergänge vergessen. Wann kommt die Box auf den Wagen? Wann die Schlaufen? Zwei ungeplante Umbauten kosten dich drei Minuten und, schlimmer, die Ruhe im Raum. Schreib die Umbauten mit in die Vorlage, zum Beispiel als kleine Notiz unter der Übung.

Vorlage selbst ausfüllen oder fertigen Plan nehmen?

Ehrlich: beides hat seinen Platz. Selbst ausfüllen lohnt sich, wenn du gern planst, eine besondere Gruppe hast oder dein eigenes Planungsdenken trainieren willst. Wie du dabei vorgehst, steht Schritt für Schritt in Reformer-Stunde planen.

Ein fertiger Plan lohnt sich, wenn dir die Zeit fehlt oder du jede Woche wieder vor demselben leeren Blatt sitzt. Unsere Reformer-Stundenpläne sind genau nach dieser Vorlage gebaut: Abschnitte, Federn, Wiederholungen, Cues. Du musst nur noch unterrichten.

Viele machen es so: Zwei, drei Wochen mit fertigen Plänen arbeiten, dabei schauen, wie sie aufgebaut sind, und dann die eigene Vorlage füllen. So lernst du Planung am Beispiel statt am leeren Blatt.


Lieber erst eine fertige Stunde sehen?
Die Vorlage als PDF gibt dir das leere Gerüst. Unsere fertigen Reformer-Stundenpläne füllen es für dich aus, zwei komplette Pläne gibt es gratis.
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Häufige Fragen

Was gehört in eine Stundenbild-Vorlage für den Reformer?
Oben das Thema, die Dauer, das Level und das Zubehör. Darunter die Abschnitte Ankommen und Atmung, Warm-up, Hauptteil und Cool-down, jeweils mit Zeiten. Zu jeder Übung brauchst du mindestens Federn, Wiederholungen und einen Cue. Fehlt die Federspalte, rechnest du mitten in der Stunde.

Gibt es die Stundenbild-Vorlage als PDF?
Ja. Auf pilatesplans.com/vorlage kannst du die Vorlage kostenlos als PDF herunterladen. Sie hat zwei Seiten, vier Abschnitte und Zeitrichtwerte für 50 Minuten. Du bestätigst nur deine E-Mail-Adresse.

Wie lange dauert es, eine Reformer-Stunde mit Vorlage zu planen?
Die ersten Male etwa 30 Minuten, weil du noch überlegst, was in welchen Abschnitt gehört. Nach drei, vier Wochen sind es meist 15 bis 20 Minuten. Ohne Vorlage brauchen viele neue Trainer:innen ein bis zwei Stunden pro Stunde.

Ist ein Stundenbild dasselbe wie ein Stundenplan?
Im Pilates-Alltag meinen viele dasselbe: den Ablauf einer einzelnen Stunde mit Übungen und Zeiten. Streng genommen ist ein Stundenplan der Wochenplan eines Studios und ein Stundenbild der Ablauf einer Stunde. Die Vorlage hier ist ein Stundenbild.

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Autorin

Marie Wernicke

Zertifizierte Pilates-Trainerin mit Leidenschaft für Methodik und evidenzbasiertes Unterrichten. Alle Artikel und Schwerpunkte

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